{"id":3355,"date":"2016-07-15T15:02:11","date_gmt":"2016-07-15T13:02:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/?p=3355"},"modified":"2023-07-14T14:44:33","modified_gmt":"2023-07-14T12:44:33","slug":"pokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/pokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme\/","title":{"rendered":"Pok\u00e9mon GO: Virtuelle Monster bringen reelle Datenschutz-Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Pok\u00e9mon GO hei\u00dft der neueste Hype auf dem Smartphone: die Augmented Reality-App (AR-App) versetzt die kleinen virtuellen Monster in unsere reale Welt \u2013 und bringt genauso reale Datenschutz-Bedenken mit. Wir erkl\u00e4ren, wer hinter der App steckt, wie diese sich finanziert und welche datenschutzrechtlichen Probleme das AR-Game mit sich bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Pok\u00e9mon GO: eine App geht durch die Decke<\/h2>\n<p>&#8222;Hype&#8220; ist fast schon ein zu kleines Wort f\u00fcr das, was aktuell mit Pok\u00e9mon GO passiert: via GPS macht das Smartphone des Gamers diesen auf mehr als 100 Pok\u00e9mon aufmerksam, die der Spieler einf\u00e4ngt und gegeneinander k\u00e4mpfen l\u00e4sst. Klingt kurzweilig und spa\u00dfig. Die Ausw\u00fcchse, die das AR-Game mit sich bringt, sind aber gigantisch: in den USA verbringen die User mittlerweile mehr Zeit mit dem Daddeln des Games als auf Facebook. Am Mittwoch kam das Spiel auch nach Deutschland und f\u00fchrt seither nahezu alle App-Charts an.<\/p>\n<p>\u00dcberall sieht man Menschen, die auf ihr Handy starren und mit Pok\u00e9b\u00e4llen auf die virtuellen Monster schie\u00dfen. Menschen sind verwirrt, dass sich aufs Smartphone starrende Fremde in ihre G\u00e4rten und Einfahrten verirren. In den USA wird unter anderem im Holocaust-Museum gedaddelt \u2013 inmitten der Erinnerungen an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Museum in Washington, DC wehrt sich mittlerweile und <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Pokemon-Go-Gedenkstaetten-wollen-keine-Spielplaetze-sein-3265370.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">m\u00f6chte aus dem Spiel herausgenommen werden<\/a>. Gerade lesen wir von <a href=\"http:\/\/winfuture.de\/videos\/Spiele\/Geschmacklos-Pokmon-Go-Jagd-in-Auschwitz-16458.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Pok\u00e9mon-Jagden in Auschwitz<\/a>. Selbst im Stra\u00dfenverkehr wird in den USA gedaddelt: zahlreiche Autounf\u00e4lle waren die Folge. Der ADAC und die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/PolizeiBerlin\/photos\/a.253825908134854.1073741828.167233600127419\/543148139202628\/?type=3&amp;theater\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Berliner Polizei warnen<\/a> vor \u00e4hnlichen Ausw\u00fcchsen in Deutschland.<\/p>\n<h3>Wer steckt eigentlich hinter dem Augmented Reality-Game?<\/h3>\n<p>Im Jahre 2014 sehen wir schon die Urspr\u00fcnge von Pok\u00e9mon GO: Google brachte einen <a href=\"http:\/\/winfuture.de\/news,81506.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Aprilscherz mit dem Konzept<\/a>; die Monster aus dem Spiel wurden im hauseigenen Dienst Google Maps versteckt. Der Entwickler der jetzigen Hype-App ist Niantic. Von ihm stammt auch die App Ingress, es ist also nicht das erste AR-Game aus dem Hause. John Hanke ist der Kopf von Niantic. Sein ehemaliges Start-up Keyhole wurde im Jahre 2004 von Google aufgekauft. Mit dem Kauf wurde Hanke zum Hauptbeauftragten f\u00fcrs Verarbeiten geografischer Daten, er arbeitete ma\u00dfgeblich an der Google Maps-Entwicklung mit.<\/p>\n<h3>Und wie wird mit der App Geld verdient?<\/h3>\n<p>Die Pok\u00e9mon GO-App wird kostenfrei f\u00fcr iOS und Android angeboten. Man kann durch In-App-K\u00e4ufe die Monster trainieren und zus\u00e4tzliche Features freischalten; die Kosten liegen bei 99 Cent bis 99,99 Euro. Derzeit wird zudem an einem Konzept f\u00fcr ein weiteres Werbeformat gearbeitet: <a href=\"https:\/\/next.ft.com\/content\/75942b12-48ba-11e6-b387-64ab0a67014c?siteedition=uk&amp;iab=barrier-app&amp;ftcamp=published_links\/rss\/companies_technology\/feed\/\/product\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">John Hanke erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der Financial Times<\/a>, man wolle &#8222;gesponserte Locations&#8220; einf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bedeutet: Unternehmen k\u00f6nnen k\u00fcnftig daf\u00fcr bezahlen, eine der Anlaufstationen f\u00fcr die virtuelle Pok\u00e9mon-Welt zu werden. Im Spiel nennen sich diese Anlaufstationen Pok\u00e9stops oder auch Arenen. Hankes Ziel: so k\u00f6nne man Laufkundschaft erhalten. Bisher haben Ladenbetreiber wenig Mitspracherecht und sehen sich zuweilen mit Besucheranst\u00fcrmen konfrontiert, mit denen sie erst mal klarkommen m\u00fcssen. Daf\u00fcr sieht Hanke das &#8222;Cost per Visit&#8220;-Modell als sinnvoll an: Jeder Spieler, der durch das Game ins Gesch\u00e4ft gef\u00fchrt wird, kostet den Ladenbesitzer. Durch das aktivierte GPS-Signal lassen sich Nutzer und Ger\u00e4te sehr klar lokalisieren, was die Abrechnung vereinfachen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Spielehersteller Nintendo ist der gr\u00f6\u00dfte Profiteur: die Aktie des Japaners schoss in den vergangenen Tagen immens in die H\u00f6he, Tendenz weiter steigend. Jedoch besitzt Nintendo lediglich Lizenzrechte, und das nicht mal alleine. Die Rechte werden mit der Pok\u00e9mon Company geteilt, die zum Teil wieder Nintendo geh\u00f6rt. Analysten sch\u00e4tzen, dass beide rund 40 % aller Einnahmen aus Pok\u00e9mon GO erhalten.<\/p>\n<p>Apple und Google verdienen ebenfalls: 30 % der Einnahmen gehen an die jeweiligen App Stores, womit diese mehr verdienen als Nintendo selbst (Aktienwerte ausgelassen). Google verdient zudem indirekt mit: Niantic Labs ist eine Ausgr\u00fcndung von der Google-Mutter-Holding Alphabet. Alphabet ist nach wie vor mit Risikokapital an dem Entwickler beteiligt, Nintendo geh\u00f6rt ebenfalls zu den Investoren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Daten \u00fcber Daten: Pok\u00e9mon GO verlangt sehr viele Rechte<\/h2>\n<p>Unter Android greift die Version 0.29.2 auf Folgendes zu:<\/p>\n<ul>\n<li>Identit\u00e4t: Konten auf dem Ger\u00e4t suchen<\/li>\n<li>Kontakte: Konten auf dem Ger\u00e4t suchen<\/li>\n<li>Standort:\n<ul>\n<li>Genauer Standort (GPS- und netzwerkbasiert)<\/li>\n<li>Ungef\u00e4hrer Standort (netzwerkbasiert)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Fotos\/Medien\/Dateien:\n<ul>\n<li>USB-Speicherinhalte \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>USB-Speicherinhalte lesen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Speicher:\n<ul>\n<li>USB-Speicherinhalte \u00e4ndern oder l\u00f6schen<\/li>\n<li>USB-Speicherinhalte lesen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Kamera: Bilder und Videos aufnehmen<\/li>\n<li>Sonstige:\n<ul>\n<li>Daten aus dem Internet abrufen<\/li>\n<li>Vibrationsalarm steuern<\/li>\n<li>Pairing mit Bluetooth-Ger\u00e4ten durchf\u00fchren<\/li>\n<li>Auf Bluetooth-Einstellungen zugreifen<\/li>\n<li>Zugriff auf alle Netzwerke<\/li>\n<li>Konten auf dem Ger\u00e4t verwenden<\/li>\n<li>Netzwerkverbindungen abrufen<\/li>\n<li>Ruhezustand deaktivieren<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Sinnhaftigkeit dieser Rechtevergabe<\/h3>\n<p>Das Aufnehmen von Bildern und Videos ist notwendig, denn das Spiel wird im Kamera-Modus gespielt. Auch GPS ist unabdingbar, denn die App muss wissen, ob sich nahe beim Spieler Pok\u00e9mon, Arenen oder Pok\u00e9stops befinden. Auch der Speicherzugriff muss sein: dort werden Speicherdaten ausgelesen, beispielsweise der Speicherstand, wenn Sie eine neue Runde spielen m\u00f6chten. Das Gros des aktuellen Speicherstands wird allerdings \u00fcber den Google-Account des Spielers oder aber \u00fcber den Trainer-Club-Account abgewickelt \u2013 sicher w\u00e4re es eine \u00dcberlegung wert, alle Daten ein- oder auszulagern und sich f\u00fcr eine Methode zu entscheiden.<\/p>\n<p>Das Suchen und Verwenden von Konten auf dem Ger\u00e4t erlaubt der App, eine Liste anzufertigen, auf der alle Log-ins zu finden sind, die Sie auf Ihrem Smartphone benutzen. Haben Sie also Konten durch Ihre heruntergeladenen Apps erstellt, werden diese ebenfalls dieser Liste hinzugef\u00fcgt. Die App bekommt zudem das Recht, Authentifizierungs-Token anzufordern. Diese zeigen dem Pok\u00e9mon GO-Server, dass Sie berechtigter Nutzer sind und die Verbindung wird hergestellt. So m\u00fcssen Sie sich nach einem ersten Anmelden nur noch selten einloggen. Melden Sie sich erstmals \u00fcber Google an und haben Sie Ihren Google-Account mit Ihrem E-Mail-Programm auf dem Smartphone verkn\u00fcpft, berechtigen Sie die App, sich die Liste aus Apps zu nehmen und sich f\u00fcr Sie einzuloggen.<\/p>\n<p>Die Berechtigungen um den Netzwerkzugriff erlauben der App das Erkennen Ihres Online-Status&#8216;. Weiter kann Pok\u00e9mon GO auf Ihre Internetverbindung zugreifen und somit Daten sowohl senden als auch herunterladen. Besitzen Sie ein Pok\u00e9mon GO Plus, ein Armband, das Sie mit der App verkn\u00fcpfen, ist diese Berechtigung unabdingbar. Die Berechtigung sorgt daf\u00fcr, dass das Spiel Verbindungen zu Ger\u00e4ten herstellen und Ihr Smartphone so konfigurieren darf, dass Bluetooth-Verbindungen m\u00f6glich sind. Das Deaktivieren des Ruhezustands und Steuern des Vibrationsalarms ist deshalb wichtig, damit Sie benachrichtigt werden, ob sich ein Pok\u00e9mon in Ihrer N\u00e4he aufh\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Datenschutzbedenken sind hoch<\/h3>\n<a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten.jpg\"><figure id=\"attachment_3364\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_3364\"  class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 210px\"><noscript><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3364\" src=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten-300x233.jpg\" alt=\"\u00a9 sdecoret - Fotolia.com\" width=\"200\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten-300x233.jpg 300w, https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten-768x597.jpg 768w, https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/noscript><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3364\" src=\"transparent.gif\" data-src=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_daten-300x233.jpg\" alt=\"\u00a9 sdecoret - Fotolia.com\" width=\"200\" height=\"156\" \/><figcaption id=\"figcaption_attachment_3364\" class=\"wp-caption-text\"><div><span>\u00a9 sdecoret &#8211; Fotolia.com<\/span><\/div><\/figcaption><\/figure><\/a>\n<p>Unter iOS wurde ein uneingeschr\u00e4nkter Zugriff aufs Google-Konto verlangt, der mit einem Update k\u00fcnftig entfernt werden soll. Mit diesem Zugriff war es m\u00f6glich, s\u00e4mtliche Google-Inhalte, die Sie in Ihrem Account nutzen, zug\u00e4nglich zu machen: die Dokumente, die in Google Drive liegen, genauso wie die Inhalte Ihrer Mails. Niantic hat einen Fehler einger\u00e4umt und <a href=\"https:\/\/curved.de\/news\/pokemon-go-niantic-will-datenschutz-verbessern-392737\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">k\u00fcndigt Besserung an<\/a>.<\/p>\n<p>Bedenken Sie nun aber, dass sich Niantic als Start-up innerhalb des Google-Konzerns gr\u00fcndete, l\u00e4sst sich bereits erahnen, dass Daten f\u00fcr das Unternehmen irgendwie wichtig sein k\u00f6nnten. Beim Lesen der <a href=\"https:\/\/www.nianticlabs.com\/privacy\/pokemongo\/de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzbedingungen<\/a> kann einem das kalte Grausen kommen! Nicht alles an dieser Datenschutzrichtlinie ist kritikw\u00fcrdig: dass die Richtlinie deutschsprachig ver\u00f6ffentlicht und dass betont wird, dass Kinder vom Nutzer zu erm\u00e4chtigen sind, ist positiv. Es muss sich ein Elternteil bzw. ein gesetzlicher Vertreter \u00fcber den hauseigenen Pok\u00e9mon Trainer Club (&#8222;PTC&#8220;) anmelden, um einen Account f\u00fcr Kinder unter 13 Jahren zu erstellen. Nach der Verifikation des Elternteils m\u00fcssen Erziehungsberechtigte erneut der Account-Erstellung zustimmen.<\/p>\n<p>Beim weiteren Lesen der Datenschutzrichtlinie f\u00e4llt auf, dass sich Niantic darin weitestgehend unklar ausdr\u00fcckt: schwammige Formulierungen lassen keinen R\u00fcckschluss darauf zu, welche Daten denn tats\u00e4chlich gesammelt und\/ oder weitergegeben werden. Das \u00e4u\u00dfert sich in Formulierungen wie: &#8222;Protokolldaten k\u00f6nnen solche Informationen enthalten wie die Internetprotokoll (IP)-Adresse, Useragent, Browser-Art, Betriebssystem, die Webseite, die ein Nutzer vor dem Zugriff auf unsere Services besucht hat, die Seiten oder Funktionen unserer Services, die ein Nutzer aufgesucht hat sowie die Zeit, die er auf diesen Seiten oder mit diesen Funktionen verbracht hat, Suchbegriffe, die Links in unseren Services, die ein Nutzer angeklickt hat und weitere statistische Daten.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Schwammig geht es weiter<\/h3>\n<p>Auch die Aufkl\u00e4rung \u00fcber Informationen, die von Mobilger\u00e4ten gesendet werden, sind schwammig formuliert: &#8222;Wir erheben bestimmte Informationen, die Ihr Mobilger\u00e4t (oder das des von Ihnen erm\u00e4chtigen Kindes) sendet, wenn Sie (oder das von Ihnen erm\u00e4chtigte Kind) unsere Services nutzen wie Ger\u00e4tekennung, Nutzereinstellungen und das Betriebssystem Ihres Ger\u00e4tes (oder das des von Ihnen erm\u00e4chtigen Kindes) sowie die Informationen \u00fcber Ihre Nutzung unseres Services, w\u00e4hrend Sie das Mobilger\u00e4t verwenden. Wir k\u00f6nnten diese Informationen nutzen, um die Services bereitzustellen und unsere Services zu verbessern und f\u00fcr Sie (oder das von Ihnen erm\u00e4chtigte Kind) zu verbessern und zu personalisieren.&#8220; Im Absatz 3, &#8222;Weitergabe von Informationen an Drittanbieter&#8220;, f\u00e4llt der Konjunktiv extrem auf: nahezu jeder Absatz beginnt mit &#8222;Wir k\u00f6nnten &#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>Insgesamt bleibt unklar, auf welche Daten die App zugreift. Beim Login \u00e4u\u00dfert Niantic beispielsweise, dass &#8222;bestimmte Informationen&#8220; eingeholt werden, &#8222;die zur Identifizierung genutzt werden k\u00f6nnen&#8220;. Welche Daten wie gespeichert werden, geht nicht konkret aus den Datenschutzbedingungen hervor. Je nachdem, wie die Daten denn nun gespeichert werden, w\u00e4re es n\u00e4mlich extrem leicht oder extrem schwer, aus kombinierten Daten Nutzerprofile anzulegen.<\/p>\n<p>Wenn Sie spielen, sammelt die App weiter. Neben dem Usernamen w\u00e4ren dies &#8222;zum Beispiel&#8220; Benachrichtigungen, die Sie an Mitspieler senden. Dieses Feature existiert bislang nicht, Niantic scheint sich hier f\u00fcr k\u00fcnftige Weiterentwicklungen schon abzusichern. Durch die GPS-Informationen wird jeder Wegpunkt, den Sie beim Spielen zur\u00fccklegen, aufgezeichnet und gespeichert, wom\u00f6glich sogar ver\u00f6ffentlicht oder auch an Dritte weitergegeben. Daraus lassen sich hervorragend und kinderleicht Bewegungsprofile erstellen, die nachvollziehbar werden lassen, wo Sie leben und arbeiten, wo Sie sich gerne aufhalten und auch, mit wem Sie befreundet sind. Das treibt schon jetzt sonderliche Bl\u00fcten: in Missouri <a href=\"http:\/\/gizmodo.com\/armed-robbers-used-pokemon-go-to-find-9-victims-1783416898\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nahm die Polizei drei Verd\u00e4chtige fest<\/a>, die mehrere Menschen ausgeraubt haben sollen. Die 17- bis 18-J\u00e4hrigen erwarteten ihre Opfer an Pok\u00e9stops.<\/p>\n<p>Ebenfalls fehlt uns die Information, wo all die gesammelten Daten landen. Besitzt sie Google bzw. Alphabet? Bleiben sie bei Niantic? Wer hat Zugriff darauf? Wir wissen es leider nicht, denn Informationen dar\u00fcber fehlen, w\u00e4hrend Tag f\u00fcr Tag Millionen weiterer Menschen eben diese Datenbanken mit neuen Informationen f\u00fcttern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitergabe von Daten an Dritte<\/h3>\n<p>Wenngleich personenbezogene Daten ausgeschlossen sein sollen, hei\u00dft es in der Datenschutzerkl\u00e4rung: &#8222;Wir k\u00f6nnten gesammelte Informationen und nicht-identifizierende Informationen Drittanbietern zu Forschungs- und Analysezwecken, demografischen Erhebungen und \u00e4hnlichen, anderen Zwecken offenlegen.&#8220; Gruselig wird es auch unter Punkt 3e; Niantic schreibt: &#8222;Wir k\u00f6nnten jegliche Informationen \u00fcber Sie (oder \u00fcber das von Ihnen erm\u00e4chtigte Kind), die sich in unserem Besitz oder Kontrollbereich befinden, an Regierungen oder Strafverfolgungsbeh\u00f6rden oder private Beteiligte offenlegen, wenn wir es nach unserem eigenen Ermessen f\u00fcr notwendig und angemessen erachten [&#8230;]&#8220; M\u00f6chten Beh\u00f6rden also etwas wissen, ist Niantic offenbar der Letzte, der sich str\u00e4ubt. Gestr\u00e4ubt haben sich allerdings die Nackenhaare von Ingo Dachwitz, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/datenschutzerklaerung-von-pokemon-go-grosszuegige-erlaubnis-zur-datenweitergabe-an-staatliche-stellen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der diesen Passus auf Netzpolitik.org genauer analysiert<\/a>.<\/p>\n<p>Selbst wenn Sie nun aufschreien und Ihren Account sofort l\u00f6schen m\u00f6chten, bleiben Ihre bisher gesammelten Daten beim Entwickler (oder sonstwo): &#8222;f\u00fcr einen kaufm\u00e4nnisch angemessenen Zeitraum&#8220; werden Ihre Daten archiviert und weiterhin genutzt. In welchem Land das geschieht, ist wieder unklar: &#8222;Wenn sich Ihr Wohnsitz au\u00dferhalb der Vereinigten Staaten befindet und Sie sich entschlie\u00dfen, uns Ihre personenbezogenen Daten (oder die des von Ihnen erm\u00e4chtigten Kindes) zu \u00fcbermitteln, k\u00f6nnten wir Ihre personenbezogenen Daten (oder die des von Ihnen erm\u00e4chtigten Kindes) in die Vereinigten Staaten \u00fcbertragen und dort verarbeiten. [&#8230;] Sie k\u00f6nnten beantragen, dass wir Ihre personenbezogenen Daten (oder die des von Ihnen autorisierten Kindes) nicht in die Vereinigten Staaten transferieren, aber dann k\u00f6nnten wir nicht mehr in der Lage sein, Ihnen (oder dem von Ihnen erm\u00e4chtigten Kind) einige bis\u00a0alle Services bereitzustellen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Friss, oder stirb&#8220; \u2013 nach diesem Motto ist die Datenschutzrichtlinie gestaltet. Entweder Sie lassen es sich gefallen, dass Ihre Daten wichtiger als deren Schutz sind, oder Sie spielen das Spiel nicht. Haben Sie sich bereits angemeldet, haben Sie Pech, denn Ihre Daten werden munter weiterverwendet \u2013 irgendwo auf diesem Planeten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Folgen der Kritiken zum Datenschutz<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend viele mit dem Smartphone vor Augen vor lauter Pok\u00e9mon den Datenschutz nicht mehr zu sehen scheinen, haben andere bereits aufgeschrien. Der von Niantic als &#8222;Versehen&#8220; bezeichnete Rundum-Zugriff aufs Google-Account soll mit der Version 1.02 der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Nun k\u00f6nnte man wom\u00f6glich neue Datenschutzstandards erwarten, die Daten auch wirklich sch\u00fctzen. Stattdessen setzt Niantic lieber auf Safe Harbor. Dass der Europ\u00e4ische Gerichtshof eben dieses Programm aufgrund mangelndem Schutz f\u00fcr private Daten voriges Jahr kippte, scheint unwesentlich zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_sucht.jpg\"><figure id=\"attachment_3362\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_3362\"  class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 210px\"><noscript><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3362\" src=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_sucht-300x233.jpg\" alt=\"\u00a9 oneinchpunch - Fotolia.com\" width=\"200\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_sucht-300x233.jpg 300w, https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_sucht.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/noscript><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3362\" src=\"transparent.gif\" data-src=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/pokemon_go_sucht-300x233.jpg\" alt=\"\u00a9 oneinchpunch - Fotolia.com\" width=\"200\" height=\"156\" \/><figcaption id=\"figcaption_attachment_3362\" class=\"wp-caption-text\"><div><span>\u00a9 oneinchpunch &#8211; Fotolia.com<\/span><\/div><\/figcaption><\/figure><\/a>\n<h2>Fazit: Pok\u00e9mon GO \u2013 ein unverst\u00e4ndlicher Hype<\/h2>\n<p>Aufgrund der Augmented Reality-Basis des Spiels gehen wir bei einer Vielzahl der notwendigen Berechtigungen mit: um Pok\u00e9mon GO nutzen zu k\u00f6nnen, ist ein Gro\u00dfteil der Berechtigungen einfach unabdingbar. So weit, so gut. Erste Zweifel d\u00fcrften Spielern jedoch kommen, wenn sie von der indirekten Google-Zugeh\u00f6rigkeit lesen. Google l\u00e4sst sich genauso wenig als &#8222;datensparsam&#8220; bezeichnen, wie sich Sozialbauwohnungen als &#8222;charmant&#8220; bezeichnen lassen. Das Entsetzen sollte aber sp\u00e4testens beim Lesen der Datenschutzbedingungen derartig gro\u00df sein, dass die Nutzerzahlen noch und n\u00f6cher sinken m\u00fcssten. Tun sie jedoch nicht, im Gegenteil. Was denken Sie:<\/p>\n<p><strong>Ist der Suchtfaktor von Pok\u00e9mon GO derartig hoch, dass es Nutzern egal wird, was mit ihren Daten passiert? Oder ist das eher in der Alltagsblindheit zu begr\u00fcnden, die daf\u00fcr sorgt, dass Datenschutzbedingungen einfach ignoriert werden? Die Datenschutz-Kritiken gehen derzeit durch alle Medien. Wird das Einfluss auf die Nutzerzahlen haben? &#8211; Diskutieren Sie gerne mit!<\/strong><\/p>\n<div class=\"shariff\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fpokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fpokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme%2F&text=Pok%C3%A9mon%20GO%3A%20Virtuelle%20Monster%20bringen%20reelle%20Datenschutz-Probleme\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button xing shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#29888a\"><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/spi\/shares\/new?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fpokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme%2F\" title=\"Bei XING teilen\" aria-label=\"Bei XING teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#126567; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 25 32\"><path fill=\"#126567\" d=\"M10.7 11.9q-0.2 0.3-4.6 8.2-0.5 0.8-1.2 0.8h-4.3q-0.4 0-0.5-0.3t0-0.6l4.5-8q0 0 0 0l-2.9-5q-0.2-0.4 0-0.7 0.2-0.3 0.5-0.3h4.3q0.7 0 1.2 0.8zM25.1 0.4q0.2 0.3 0 0.7l-9.4 16.7 6 11q0.2 0.4 0 0.6-0.2 0.3-0.6 0.3h-4.3q-0.7 0-1.2-0.8l-6-11.1q0.3-0.6 9.5-16.8 0.4-0.8 1.2-0.8h4.3q0.4 0 0.5 0.3z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fpokemon-go-virtuelle-monster-bringen-reelle-datenschutz-probleme%2F\" title=\"Bei LinkedIn teilen\" aria-label=\"Bei LinkedIn teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pok\u00e9mon GO hei\u00dft der neueste Hype auf dem Smartphone: die Augmented Reality-App (AR-App) versetzt die kleinen virtuellen Monster in unsere reale Welt \u2013 und bringt genauso reale Datenschutz-Bedenken mit. 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